Jani me Fasule: Albanische Weiße Bohnensuppe
Jani me Fasule ist eine traditionelle albanische weiße Bohnensuppe voller Geschmack und aromatischer Gewürze. Die sämige Suppe aus weißen Bohnen und Gemüse ist vegetarisch bzw. vegan, wunderbar sättigend und erinnert durch ihre cremige Konsistenz fast an einen Eintopf. Mit diesem Rezept möchte ich die albanische Bohnensuppe so nachkochen, wie ich sie während meiner Reise durch Albanien kennen und lieben gelernt habe. Besonders köstlich schmeckt sie mit einem Stück gutem Brot zum Eintunken.
Was ist Jani me Fasule?
Jani me Fasule ist eine traditionelle albanische Bohnensuppe aus weißen Bohnen, Gemüse und aromatischen Gewürzen. Ich kenne sie aus einer Reise durch Albanien im Jahr 2018: Zwei Wochen lang war ich dort unterwegs – von den Bergen über die Küste bis in verschiedene Städte – und diese herzhafte Suppe hat mich dabei immer wieder begleitet.
Ich habe sie in unterschiedlichen Varianten gegessen: manchmal wunderbar sämig und rein pflanzlich, manchmal war ich mir nicht ganz sicher, ob Butter (die habe ich zum Beispiel trotz Nachfrage in der Pasta deutlich herausgeschmeckt) oder sogar Rindsuppe verwendet wurde, wie ich es auch in einigen Rezepten gefunden habe. Wie bei vielen traditionellen Gerichten gibt es auch bei Jani me Fasule nicht die eine Zubereitung.
Pflanzliche Gerichte sind in Albanien zwar nicht immer selbstverständlich, obwohl ich dort fast ausschließlich sehr leckeres Essen bekommen habe. Dieses Jani me Fasule-Rezept ist zu 100 % vegan und versucht, die Aromen und die typische sämige Konsistenz dieser albanischen Bohnensuppe so authentisch wie möglich einzufangen.

Ähnliche Bohnensuppen auf dem Balkan
Die albanische Bohnensuppe Jani me Fasule gehört zu einer ganzen Familie traditioneller Bohnengerichte auf dem Balkan. Dazu zählen unter anderem die serbische Pasulj, die griechische Fasolada und die türkische Kuru Fasulye.
Während Pasulj und manche Varianten von Kuru Fasulye häufig mit Fleisch zubereitet werden, ist Fasolada traditionell fleischlos. Auch in der Würzung gibt es Unterschiede. Die albanische Jani me Fasule liegt geschmacklich irgendwo dazwischen – ebenso wie geografisch.
Wie bei vielen traditionellen Gerichten gibt es auch hier nicht die eine „originale“ Zubereitung. Jede Familie kocht ihre eigene Version, mal etwas würziger, mal etwas cremiger. Im Kern bleibt Jani me Fasule jedoch immer eine herzhafte Suppe aus weißen Bohnen.

Zutaten für eine albanische Bohnensuppe
Die albanische Bohnensuppe Jani me Fasule kommt mit wenigen, einfachen Zutaten aus. Weiße Bohnen, aromatisches Gemüse und die richtige Würzung sorgen für den typischen Geschmack und die sämige Konsistenz.
- Weiße Bohnen: Ich verwende ganz einfache getrocknete weiße Bohnen – genau jene, die meist auch einfach als „weiße Bohnen“ auf der Packung bezeichnet werden. Du findest sie häufig in türkischen Supermärkten. Alternativ eignen sich auch Cannellini-Bohnen oder andere weiße Bohnen. Wichtig ist vor allem, dass die Bohnen nach dem Kochen schön weich sind, damit die Suppe ihre typische sämige Konsistenz bekommt. Du kannst auch vorgekochte Bohnen aus dem Glas oder der Dose verwenden, dann verkürzt sich die Zubereitungszeit deutlich.
- Zwiebel: Bildet die aromatische Basis der Suppe.
- Rote Paprika: Sorgt für eine leichte Süße.
- Karotte: Rundet den Geschmack mit ihrer natürlichen Süße ab.
- Olivenöl: Damit wird das Gemüse angebraten und auch die Einbrenn für die sämige Konsistenz zubereitet.
- Mehl: Eine kleine Menge Mehl sorgt für die traditionelle Bindung der Suppe.
- Tomatenmark: Es verleiht der Bohnensuppe eine kräftige Farbe und mehr Tiefe im Geschmack.
- Gewürze und Kräuter: Paprikapulver, Oregano, Lorbeerblatt, Salz und Pfeffer sorgen für das typische Aroma der Suppe.
- Gemüsebrühe: Ich verwende (selbstgemachte) Suppenbrühe, alternativ funktioniert natürlich auch eine gekaufte Gemüsebrühe.
Variationen von Jani me Fasule
Auch wenn Jani me Fasule traditionell mit wenigen Zutaten auskommt, lässt sich die albanische Bohnensuppe nach Geschmack abwandeln. Die folgenden Zutaten gehören nicht zur klassischen Version, passen aber gut, wenn du die Suppe etwas verändern oder noch reichhaltiger machen möchtest.
- Kartoffeln: Kartoffeln machen die Suppe noch sättigender und passen geschmacklich sehr gut zu den weißen Bohnen. Sie gehören allerdings nicht zur klassischen Zubereitung von Jani me Fasule.
- Geräucherter Tofu: Für eine proteinreichere vegane Variante kannst du gewürfelten geräucherten Tofu hinzufügen. Er bringt eine herzhafte Note und macht die Bohnensuppe noch gehaltvoller.
- Zusätzliche Kräuter: Neben Oregano passen auch Thymian, Bohnenkraut, Petersilie oder Liebstöckel sehr gut zu einer weißen Bohnensuppe. Je nach Geschmack kannst du damit das Aroma leicht verändern
- Etwas schärfer: Wenn du gerne würziger isst, kannst du etwas Chili oder Chiliflocken hinzufügen. Die leichte Schärfe passt wunderbar zu den aromatischen Gewürzen der Suppe.

So gelingt die albanische Bohnensuppe
Die Zubereitung von Jani me Fasule ist unkompliziert – die meiste Zeit brauchen eigentlich nur die Bohnen. Mit diesen Tipps gelingt dir die albanische Bohnensuppe besonders gut:
- Bohnen einweichen: Die getrockneten Bohnen sollten über Nacht eingeweicht werden, damit sie anschließend gleichmäßig weich kochen.
- Gemüse langsam anschwitzen: Gib Zwiebel, Paprika und Karotte Zeit, damit sie ihr volles Aroma entfalten.
- Gewürze kurz mitrösten: Tomatenmark, Paprikapulver und Oregano entwickeln so noch mehr Geschmack.
- Die Suppe ausreichend köcheln lassen: So verbinden sich die Aromen und die Bohnensuppe wird besonders harmonisch.
- Einen Teil der Bohnen pürieren: Püriere gegen Ende der Kochzeit einen kleinen Teil der Bohnen mit etwas Flüssigkeit. So wird Jani me Fasule wunderbar sämig.
Diese Technik habe ich übrigens erst später für mich entdeckt. Seit ich Pasta e Fagioli kenne, püriere ich bei Bohnensuppen gerne einen kleinen Teil der Bohnen. Das kommt der cremigen Konsistenz, wie ich sie in Albanien kennengelernt habe, besonders nahe.


Was passt zu Jani me Fasule?
Die wichtigste Beilage zu Jani me Fasule ist für mich ganz klar: Brot!
Besonders gut passt ein einfaches Weißbrot, das du in die sämige Suppe eintunken kannst. Die cremige Konsistenz und die aromatische Sauce nehmen das Brot wunderbar auf – genau diese Kombination macht die Bohnensuppe so sättigend und gemütlich.
Natürlich passt auch anderes gutes Brot dazu, zum Beispiel Sauerteigbrot oder Fladenbrot. Wichtig ist vor allem, dass es genug Kruste und Struktur hat, um die Suppe richtig aufzunehmen.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Jani me Fasule eignet sich hervorragend zum Vorbereiten, denn wie viele Bohnengerichte schmeckt die Suppe am nächsten Tag oft sogar noch aromatischer.
Im Kühlschrank hält sie sich in einem gut verschlossenen Behälter etwa 3–4 Tage. Beim Aufwärmen kannst du bei Bedarf etwas Wasser oder Gemüsebrühe hinzufügen, da die Suppe durch die Bohnen und die Stärke noch etwas nachdickt.
Die Bohnensuppe lässt sich außerdem sehr gut einfrieren. Nach dem Auftauen langsam erwärmen und bei Bedarf die Konsistenz mit etwas Flüssigkeit anpassen.
Mehr vegane Suppen entdecken
Ich hoffe, dir schmeckt diese Jani me Fasule genauso gut wie mir und bringt dir ein kleines Stück Albanien auf den Teller. Wenn du gerne herzhafte vegane Suppen mit Hülsenfrüchten magst, findest du auf meinem Blog noch weitere köstliche Rezepte.
Probiere zum Beispiel meine italienische weiße Bohnensuppe – sie zeigt, wie unterschiedlich Gerichte mit weißen Bohnen schmecken können. Oder meine cremige türkische Linsensuppe, wenn du Lust auf eine weitere wärmende Suppe aus der orientalischen Küche hast.

Të bëftë mirë!
(Möge es dir gut bekommen. / Guten Appetit!)

Jani me Fasule: Albanische weiße Bohnensuppe (vegan & vegetarisch)
Zutaten
- 250 g trockene weiße Bohnen kleine bis mittelgroße
- 1 Zwiebel
- ½ rote Paprika
- 1 Karotte kleinere
- 4 EL Olivenöl
- 1,5 EL Tomatenmark
- 1,5 TL Oregano
- 2 TL Paprikapulver
- 2 EL Mehl
- 2 EL (selbstgemachtes) Suppenpulver (Gemüsebrühpulver) *)
- 5 Tassen Wasser ca. 1,25 l
- 1 Lorbeerblatt
- 1 TL Salz
- Pfeffer
Zubereitung
- Bohnen einweichen und weich kochen: Die Bohnen über Nacht in reichlich Wasser einweichen. Am nächsten Tag abspülen und in frischem, ungesalzenem Wasser weich kochen. Je nach Bohnensorte und Einweichzeit dauert das etwa 45–90 Minuten.
- Gemüse vorbereiten: Zwiebel, Paprika und Karotte fein hacken.
- Gemüse anbraten: Olivenöl in einem Topf erhitzen und das Gemüse bei niedriger bis mittlerer Hitze langsam anbraten, bis die Zwiebel glasig ist.
- Würzen: Tomatenmark, Oregano und Paprikapulver hinzufügen und kurz mitrösten.
- Suppe ansetzen: Das Mehl einrühren und kurz anschwitzen. Anschließend Gemüsebrühe bzw. Suppenpulver, Wasser, Lorbeerblatt, Salz, Pfeffer und die gekochten Bohnen hinzufügen.
- Köcheln lassen und pürieren: Alles zusammen etwa 15–30 Minuten köcheln lassen. Für die typische sämige Konsistenz das Lorbeerblatt entfernen und gegen Ende der Kochzeit einen kleinen Teil der Suppe mit dem Stabmixer pürieren. Anschließend wieder unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Servieren: Mit frischem Brot servieren.
Notizen
- Die angegebene Menge reicht für 4–5 Portionen.
- Statt Suppenpulver und Wasser kannst du auch etwa 1,25 l fertige Gemüsebrühe verwenden.
- Falls etwas übrig bleibt: Die Suppe schmeckt am nächsten Tag oft sogar noch besser, da sich die Aromen weiter verbinden.





Wer an dem Rezept interessiert ist und mehr erfahren möchte lade ich ein, einen Blick auf die englische Version zu werfen. Dort gibt es einige Kommentare von Albaner*innen die sich zum Rezept äußern und einige interessante Hintergründe liefern.
https://www.plantbasedredhead.com/en/albanian-white-bean-soup/
Hay, hab gesteen die Suppe gemacht, hab die Bohnen über Nacht eingeweicht, und dann wie beschrieben, nein sogar 1 std gekocht. Leider waren immer noch ganz viele Bissfest😢hab jetzt nach gelesen, man sollte die Bohnen erst nach dem kochen salzen…hmm
Hallo Nadja, frohes neues Jahr! 🙂
Tut mir sehr leid zu lesen, dass die Bohnen noch hart geblieben sind. Ja, die werden jedenfalls erst nach dem Kochen gesalzen. Deinem Kommentar nach befürchte ich, dass du den ersten Kochteil überlesen hast, kann das sein?
Ich koche sie nämlich zuerst für ca. 1 Stunde weich, in Wasser, ohne Salz. Und danach nochmals für ca. 30 Minuten mit dem Gemüse & Co.
Tut mir leid, falls etwas missverständlich war. Ich habe jetzt bei Punkt 1. jedenfalls zur Sicherheit hinzugefügt, dass das Wasser hier noch ungesalzen sein muss.