Instant Gemüsebrühe / Suppenpulver

Selbstgemachte Gemüsebrühe in einem Schraubglas

Diese vegane Gemüsebrühe ist in Pulverform (ergo ein Gemüsebrühpulver bzw. eine Instant Gemüsebrühe, auch Suppenpulver genannt), braucht daher wenig Platz, hält sich ewig und noch besser: ist aus Resten gemacht und kostet daher genau nichts. Außerdem kannst du sie ganz nach deinen Wünschen und Bedürfnissen anpassen (salzarm oder ganz ohne Salz, mit oder ohne Sellerie, etc). Lass mich dir zeigen, wie einfach und lohnend es ist, Gemüsebrühe selber zu machen.

Wozu überhaupt Suppenpulver?

Ich verwende Suppenpulver, um Suppen zu verfeinern, wie beispielsweise diese schlichte, klare und so gute italienische weiße Bohnensuppe, diese cremige wie reichhaltige Kartoffel-Lauch-Suppe mit Belugalinsen oder deftige albanische weiße Bohnensuppe.

Dieses Suppenpulver eignet sich aber nicht nur für Suppen. Da keinerlei Klumpat (Wienerisch für unnützes wie wertloses) enthalten ist, kann man das gute Zeug auch mit bestem Gewissen zum Würzen jeglicher anderer Speisen verwenden, wie beispielsweise für Krautfleckerl oder für geschmortes Rotkraut.

Instant Gemüsebrühe selbst herstellen

Suppenpulver ist leicht selbst gemacht. Im Grund geht es darum, dem Gemüse und den Kräutern die Feuchtigkeit zu entziehen, um sie nachher wieder hinzuzufügen. Klingt irrsinnig, ist es aber nicht, da wir hier Reste verwerten und in kleinen Stücken sammeln, bis wir genügend haben und als Endprodukt ein Pulver herauskommt, das lange haltbar ist.

Eine wunderbare Gemüsebrühe, für mich die beste (ich würde sie gegen keine andere tauschen wollen), und das ganze aus “Mist” hergestellt. Was übrigens genau hineinkommt, und was nicht, verrate ich dir etwas weiter unten.

Selbstgemachte Gemüsebrühe in einem Schraubglas

Die Methode, die ich dir vorstelle, funktioniert ganz ohne Thermomix, ohne einkochen, ohne einwecken und ohne Dörrautomat. Im Grunde ist der Ablauf (das Detailrezept gibts wie immer am Ende dieses Posts) für eine selbstgemachte Instant Gemüsebrühe wie folgt:

  1. Gemüsereste in Stücke schneiden und in einem Gefrierbeutel *) in der Tiefkühltruhe sammeln. Kräuter werden getrennt gesammelt. Mehr über was gut passt und was weniger in den nachfolgenden Kapiteln.
  2. Wenn du genug hast, ca. zwei bis drei Gefrierbeutel zu je ca. 2-3 l Volumen, geht es auch schon ans Trocknen im Backofen. Zuerst wird das Gemüse getrocknet, anschließend die Kräuter, da sie schneller fertig sind. Der Trocknungsprozess dauert zwar ein paar Stunden, aber du hast währenddessen, außer alle 1-2 h mal grob umdrehen, nichts zu tun.
  3. Als Nächstes mixt du das getrocknete Zeug. Verwende einen Mixer, mit dem du z.B. auch Haferflocken oder Kaffee mahlen kannst, also von du weißt, dass er sich für trockenes eignet. Ich liebe meinen Hochleistungs-Standmixer KSB-300 von Kemar *). Das Teil ist stark, qualitativ sehr hochwertig und zudem preiswert! Ich habe mir die Kombination mit dem Trockenbehälter gegönnt.
  4. Abschließend werden das pulverisierte Gemüse und die Kräuter mit Salz gemischt. Wie viel Salz? Ich füge in etwa 1/4 bis eher 1/5 (grobes Augenmaß) der getrockneten Menge Salz hinzu. Also 3/4 bis 4/5 Gemüse & Kräuter, der Rest Salz. Du kannst dein Suppenpulver aber auch ganz ohne Salz herstellen, z.B. als Baby-Kost. Oder natürlich für dich selbst.

Auf meiner Instagram-Seite findest du übrigens ein Story-Highlight mit dem Titel “Veggie Stock”. Da habe ich vor einiger Zeit ab und zu mal den Prozess dokumentiert. Für einen Schnelldurchlauf gerne auch einen Blick in das Video am Ende dieses Posts werfen.

Selbstgemachte Gemüsebrühe in einem Schraubglas

Was kommt hinein …

In Gemüsebrühe kommen welche Zutaten hinein? Bingo. Gemüse. Welches Gemüse und was außerdem noch, das verrate ich dir hier.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass du so ziemlich alles verwerten kannst. Meine selbstgemachte Gemüsebrühe besteht aus

  • Gemüseresten, die bereits am Verwelken oder Verschrumpeln sind wie bspw. die vergessene halbe Paprika im Kühlschrank oder die letzten 3 Cocktailtomaten aus der Verpackung
  • Schalen wie bspw. Karottenschalen oder die erste Zwiebelschicht, die beim Schälen oft mitkommt, aber auch die äußeren, harten Teile vom Lauch.
  • Sachen wie der Strunk (dazu noch etwas im nächsten Kapitel) vom Broccoli, Fenchel oder Stangensellerie und die Enden von Knoblauch, Karotten oder Zucchini.
  • Kräuterstängel, ganz gleich ob Petersilie, Koriander oder Dill. Die sammle ich aber extra, da sie viel schneller trocken sind.
  • “Dünnerem, grünen Zeug” wie welke Teile von Frühlingszwiebeln oder dicke Stängel von großen Spinatblättern. Das sammle ich gemeinsam mit den Kräuterstängeln.
  • Sogar Gurke gebe ich dazu, wenn ich die erste Scheibe abschneide, damit sie wieder frisch ist. Auch Melanzani-Enden. Das sind aber keine Zutaten, die ich vorrangig verwenden würde.
  • Pilze esse ich keine, dazu kann ich nichts sagen. Da es aber Pilzbrühen gibt, denke ich, dass auch diese verwertet werden können.
  • Suppengrün ist natürlich prädestiniert für Suppenpulver. Sellerie und sonstiges Wurzelgemüse passen ganz wunderbar. Solltest du also jetzt gerade Bock auf Gemüsebrühe haben, aber keine Reste gesammelt haben, oder kein Tiefkühl-Fach besitzen bzw, keinen Platz darin haben, oder ganz einfach bereits im Sinne von Zero Waste leben, dann kaufe dir ein bis zwei Packungen Suppengrün, nach Belieben noch Zwiebel, Kräuter (die kaufe ich am liebsten im türkischen Laden, da gibt es für wenig Geld wunderschöne “Büsche”) und was du sonst noch gerne drinnen hättest und starte deinen ersten Versuch.
  • Tiefkühlgemüse kannst du ebenfalls verwerten, wenn du zum Beispiel noch eine Packung mit wenigen Resten übrig hast.

… und was nicht

Wie im vorigen Kapitel erwähnt gibt es Lebensmittel, die ich zwar weniger hineingebe, die man aber doch auch verwenden kann, wie beispielsweise Gurke oder Melanzani, evtl. auch Pilze. Jedoch gibt es paar Dinge, die nun wirklich nicht hineingehören.

  • Ich denke, es ist selbstredend, aber damit auch wirklich alles klar ist: Verdorbenes, wie braune oder gar schimmlige Stellen, hat in unserem guten Suppenpulver nun wirklich nichts zu suchen. Welkes ist ok!
  • Auch grüne, unhübsche Enden von Karotten, wo das Grün herauswächst, kommt nicht in die Gemüsereste-Sammlung.
  • Kartoffelschalen verwerte ich auch nicht in der Brühe.
  • Wer eine Gemüsebrühe ohne Sellerie oder ohne Zwiebel möchte, lässt diese Zutaten ganz einfach weg. Vermutlich verträgt man sie nicht oder mag sie nicht, sodass sie ohnehin nicht in der Küche zu finden sind.

Was du als Zutat keinesfalls finden wirst, sind Zucker, Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker, oder Glutamat – alles natürlich, gesund, vegetarisch bzw. vegan, und glutenfrei.

Selbstgemachte Gemüsebrühe in einem Schraubglas

Gute Fragen …

Wie lange ist die Gemüsebrühe haltbar?

Gute Frage. Ich würde fest behaupten ewig, wenn sie komplett trocken und luftdicht verpackt ist. Ich befinde mich seit Jahren in folgendem perfekten Kreislauf: Während ich die Gemüsebrühe zum Kochen verwende, fallen wieder so viele Gemüsereste und Kräuter an, dass ich wieder genügend zum Trocknen habe, bevor die vorhandene Gemüsebrühe ausgeht. Es ist somit immer genügend auf Vorrat vorhanden. Pro Jahr starte ich übrigens in etwa vier Trocknungsprozesse.

Wie viel Wasser mit Suppenpulver für eine klare Gemüsebrühe?

Ebenfalls eine gute Frage. Dieses Rezept und die weitere Verwendung sind sehr flexibel. Ich verwende in etwa 1-1,5 EL vom Suppenpulver für 500 ml Wasser, wenn ich eine klare Gemüsebrühe machen möchte, und weniger, wenn ich eine Gemüsesuppe, wie beispielsweise eine Broccoli Cremesuppe, verfeinern möchte.

Kostet der Trocknungsprozess nicht viel Strom?

Der Backofen läuft zwar für einige Stunden aber: Ein Backofen mit 200 Grad soll durchschnittlich 1.500 Watt Strom verbrauchen, runtergerechnet auf 80 Grad wären das 600 Watt. Wenn wir nun von sechs Stunden Trocknungszeit ausgehen, sind wir bei 3.600 Watt. Damit wir auf der sicheren Seite sind, runden wir großzügigst auf 5.000 Watt auf. Bei einem hohen Strompreis von 50 Cent pro kWh (also pro 1.000 Watt), sind wir bei maximal 2,50 Euro Stromkosten für eine Ladung bester Gemüsebrühe.

@plantbased.redhead

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♬ Another One Bites The Dust – Remastered 2011 – Queen

Yield: 1 Schraubglas voll (ca. 300 ml)

Suppenpulver / Instant Gemüsebrühe selber machen

Selbstgemachte Gemüsebrühe in einem Schraubglas

Gemüsebrühe selber machen aus Resten - ein Rezept für bestes veganes und gesundes Suppenpulver - auf Wunsch mit/ohne Salz, Sellerie, …

Prep Time 15 minutes
Cook Time 6 hours
Additional Time 5 minutes
Total Time 5 minutes

Ingredients

  • Gemüsereste & Kräuterstängel. Im Post selbst beschreibe ich dir was sich gut eignet. Im Grunde sind der Freiheit aber keine Grenzen gesetzt.

Instructions

  1. Gemüsereste in kleine Stücke schneiden und in einem größeren Gefrierbeutel *) in der Tiefkühltruhe sammeln. Kräuterstängel werden getrennt gesammelt (und müssen nicht sonderlich klein geschnitten werden).
    Zubereitung einer selbstgemachten Gemüsebrühe: Gefrorene Gemüsereste in Gefrierbeuteln im Tiefkühlfach
  2. Wenn du genügend hast, das sind ca. zwei bis drei Gefrierbeutel (meine fassen 2,5 l), dann geht es auch schon ans trocknen im Backofen. Dafür nimmst du ein Backblech, gibst Backpapier darauf, und wirfst den Ofen auf ca. 90 Grad Umluft an.
    Zubereitung einer selbstgemachten Gemüsebrühe: Gefrorene Gemüsereste auf einem Backblech mit Backpapier
  3. Zuerst trocknest du die Gemüsestücke, da sie länger brauchen. Es macht nichts, wenn das Gemüse etwas übereinander liegt. Lass die Backofentüre einen Spalt offen, indem du einen Kochlöffelstiel einklemmst. Das ist notwendig, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
    Zubereitung einer selbstgemachten Gemüsebrühe: Backrohr mit zwei Blechen voll mit Gemüseresten, in der Türe steckt ein Kochlöffel damit die Feuchtigkeit entweichen kann
  4. Nach ein bis zwei Stunden, wenn das Gemüse schon aufgetaut ist und teilweise etwas trocken, rühre mal um und drehe den Ofen auf ca. 70 bis 80 Grad hinunter.
  5. Jetzt kannst du auch schon die Kräuterstängel trocknen. Bestenfalls besitzt du ein 2. Backblech *) (die Dinger kosten nicht die Welt) oder eine große Auflaufform. Notfalls ist das Gemüse am 1. Blech schon recht geschrumpelt und du hast Platz für Kräuter gewonnen.
  6. Ab und zu, wenn du daran denkst, so alle 1-2 Stunden, drehst und rührst du alles mal um. Der Trocknungsprozess dauert ein paar Stunden, ca. sechs, wobei das jetzt nur ein grober Richtwert ist. Das kommt ganz darauf an ob du viel Gemüse mit einem hohen Wasseranteil verwendest und wie klein bzw. groß es geschnitten ist (meines ist immer zu groß …). Die Stücke werden auch nie gleichzeitig trocken. Während die Karottenschalen schon trocken sind, sind die Tomatenstücke daneben noch feucht. Das macht nichts, letztlich sind die einen halt sehr trocken und die anderen trocken.
  7. Sobald alles trocken ist, mixt du es. Verwende ein Gerät *), mit dem du trockenes mixen bzw. mahlen kannst.
    Zubereitung einer selbstgemachten Gemüsebrühe: Getrocknete Gemüsereste in einem Trockenbehälter des Standmixers
  8. Wenn du das Gefühl hast, dass das Pulver nicht zu 100 % trocken ist, dann trockne alles nochmals kurz im Backofen und mixe es dann ggf. nochmals. Was wir auf keinen Fall wollen, ist Restfeuchtigkeit, ergo in Folge Schimmel.
  9. Nun füllst du das Pulver in ein verschließbares Glasgefäß, in dem noch ausreichend Platz für Salz ist. Nämlich in etwa 1/4 bis 1/5 der getrockneten Menge. Also ca. 75 % bis 80 % Gemüse & Kräuter, der Rest Salz.

Hast du dieses Rezept ausprobiert?

Instagram Icon Ich würde das Ergebnis total gerne sehen! Vergiss daher nicht, mich auf Instagram zu taggen: @plantbased.redhead.cooks

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