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Kartoffelknödel und Rotkraut mit Apfel

Kartoffelknödel_Kartoffelklösse_Rotkraut_Rotkohl_Blaukraut_Potatoe-Dumplings_Red-Cabbage_Purple Cabbage_Plantbasedredhead

Dieses Mal habe ich gleich zwei Rezepte für dich, nämlich Kartoffelknödel und Rotkraut mit Apfel. Beide Gerichte sind einfach zuzubereiten, preisgünstig, vegetarisch bzw. vegan und unglaublich lecker. Trotz des “Low Budget”- und “simple Hausmannskost”-Faktors, gehen sie aber auch als weihnachtliche Rezepte durch. Die Kartoffelknödel sind perfekt flaumig, luftig, fluffig und locker. Und das Rotkraut voller Geschmack, angenehm fruchtig wie würzig. Beides selber zu machen lohnt sich geschmacklich jedenfalls!

Kartoffelknödel, bzw. Erdäpfelknödel, wie sie hier in Wien (oder gar in ganz Österreich?) eigentlich heißen, und Rotkraut (mit Apfel) sind meist klassische Beilagen. Für mich ergänzen sie sich jedoch gegenseitig zu einer ganz wunderbaren Hauptspeise.

Anfangs habe ich mit dem Beilagen-Gedanken überlegt, die Rezepte jeweils in einem eigenen Posting zu huldigen. Da sie jedoch so gut zusammenpassen, konnte ich sie dann doch nicht trennen. Aber hier mal der Reihe nach …

XXL Gnocchi

Als XXL Gnocchi würde ich jemandem Kartoffelknödel beschreiben, der noch nie welche gegessen hat. Gnocchi sind immer gut und das Ganze in riesengroß bestimmt kein Fehler. Kartoffelknödel sind sozusagen die große Gnocchi Schwester aus Österreich (oder Deutschland, wobei es dann meist Kartoffelklöße sind. Eine Sprache und doch so viele Varianten). Egal wie sie heißen, sie sind unglaublich gut, die Zutaten simpel und auch die Zubereitung ist relativ einfach.

Welche Kartoffeln – und was noch?

Das in Kartoffelknödeln Kartoffeln hineinkommen, ist wohl kein Geheimnis. Jedoch bitte nicht irgendwelche, sondern unbedingt mehlige, wie du sie auch für Kartoffelpüree verwenden würdest und nicht wie beispielsweise für einen Kartoffelauflauf (für den kommen festkochende Kartoffeln zum Einsatz, da hier die Schreiben ganz bleiben sollen).

Die Kartoffeln für dieses Rezept werden außerdem (frisch) gekocht. Ich sage das dazu, da es auch Rezepte aus rohen Kartoffeln gibt, oder aus gekochten und rohen Kartoffeln, oder aus kalten gekochten Kartoffeln.

Was ich immer wieder bei Rezepten mit Kartoffeln predige: Bitte bei Kartoffeln nicht sparen. Selbst die etwas teureren Bio Kartoffeln sind immer noch ein günstiges Lebensmittel. Meiner Erfahrung nach sind die Unterschiede im Geschmack sehr groß. Greife also nicht zum günstigen Hausmarken-5 Kilo-Sack, sondern “investiere” bitte in gute Kartoffeln.

Außer Kartoffeln kommen in die Knödel lediglich noch Mehl (ein 08/15 Weizenmehl), Kartoffelstärke und vegane Butter. Gewürzt wird mit Muskatnuss und Salz.

Zubereitung von Kartoffelknödel

Als ich das erste Mal Kartoffelknödel zubereitet habe, habe ich mich gefragt, ob ich wirklich gerade gekochte Kartoffeln zerkleinere, um sie nachher wieder in fast dieselbe Form zusammenzusetzen?! Aber glaube mir, dieser minimale Mehraufwand lohnt sich. Sie sind wahrlich ein Gedicht! 

Für köstlichste Kartoffelknödel musst du Kartoffeln zuerst kochen, schälen, mit einer Kartoffelpresse *) (dieses Teil ist so gut und kostet nicht die Welt! Da bleiben keine Reste drinnen wie in den billigsten Varianten) pressen, mit den anderen Zutaten zu einem Teig vermengen, und diesen, nachdem er abgekühlt ist, zu Knödeln formen und die dann im Salzwasser ziehen lassen (sie werden also ohne Dampfgarer zubereitet). Es ist zwar kein 15-Minuten Rezept, aber auch keine Wissenschaft, bei der man ständig irgendetwas tun muss.

Im Rezept weiter unten beschreibe ich einige Tipps für gelingsichere Kartoffelknödel, die garantiert nicht beim Kochen zerfallen – wenn du dich genau an mein Rezept hältst. Apropos Kochen. Wenn du dich fragst, wie Kartoffelknödel richtig gekocht werden, dann lass mich dir sagen: am besten gar nicht! Sie ziehen lediglich im heißen Wasser, im kochenden würden sie auseinanderfallen und sich im Wasser auflösen. Nach ca. 20 Minuten Ziehzeit sind sie fertig, jedenfalls wenn sie an die Oberfläche auftauchen.

Auf den Fotos siehst du die Knödel einmal mit dem Messer fein säuberlich auseinandergeschnitten und einmal mit der Gabel auseinandergerissen. So oder so: Sehen sie nicht köstlich aus?

Kartoffelknödel aufbewahren

Sollte es wider Erwarten vorkommen, dass von den köstlichen Knödeln, oder sogar vom rohen Teig, etwas übrig geblieben ist, bzw. du bewusst welche auf Vorrat produzieren möchtest, dann lass mich dir sagen, dass es möglich ist, sie roh wie gekocht einzufrieren. Sind sind dann zwar nicht mehr ganz so luftig fluffig wie frisch gemacht, aber jedenfalls noch sehr gut!

Wenn du den rohen Teig einfrieren möchtest, dann musst du zuerst Knödel formen. Ganz gleich ob roh oder gekocht (aber abgekühlt!): Friere sie zuerst getrennt an, also falls Platz forhanden ist auf einem Blech o.ä., damit sie nicht zu einem Klumpen zusammenkleben. Anschließend, nach ca. einer Stunde, verpackst du sie luftdicht (in einem Beutel oder einer Dose) und gibst sie wieder in die Gefriertruhe.

Tiefgefrorene Knödel werden direkt im heißen (nicht kochenden!) Wasser aufgetaut. Rohe tiefgefrorene Knödel bereitest du wie im Rezept zu als wären sie frisch geformt. Und bereits gekochte ebenfalls, die Ziehzeit reduziert sich dann aber auf ca. fünf Minuten, wieder bis sie oben schwimmen.

Auch hier wieder: Einmal geschnitten und einmal mit der Gabel auseinandergerissen.

Übrig gebliebene (fertig gekochte) Kartoffelknödel kannst du aber auch im Kühlschrank aufbewahren und dann anbraten! Ich liebe es, Kartoffelknödel-Reste vom Vortag zu verwerten. Dazu einfach ein wenig Öl in einer Pfanne erhitzen, die in Stücke geschnittenen Knödel anbraten, mit Pfeffer würzen und bspw. einen Salat dazu servieren. Sie sind dann außen schön kross geröstet, aber innen wunderbar weich – mmmh!

Aber ganz ganz wunderbar schmecken sie eben frisch zubereitet – mit einem selbstgemachten Rotkraut mit Apfel. …

Geschmortes Rotkraut: unterschätzte Köstlichkeit

Rotkraut (bzw. Rotkohl oder Blaukraut wie es im benachbarten Deutschland meist heißt) findet meiner Meinung nach viel zu wenig Beachtung; ich gestehe, auch bei mir zu Hause. Daweil ist Rotkraut so gesund – und so gut! Ganz gleich ob im Sommer roh in Salaten oder Sommerrollen oder im Herbst und Winter in geschmorter Form – so liebe ich es am Meisten.

Geschmortes, warmes, weiches, würziges Rotkraut mit Apfel passt ganz wunderbar zu – einmal darfst du raten – richtig – Kartoffelknödel. Aber auch ganz einfach zu gekochten, geschälten Kartoffeln (mit einem Stück veganer Butter drauf und Salz) – das ist meine Variante, wenn es schneller gehen soll.

Ich würde dieses Rotkraut mit Apfel-Rezept als typisch österreichisch bzw. als Rotkraut Wiener Art beschreiben, denn den Geschmack kenne ich so seit meiner Kindheit. Jedoch wird es hierzulande oft mit (Gänse)schmalz zubereitet, oder mit etwas Rindsuppe. Selbst bei offentischtlich vegetarischen bzw. veganen Rezepten aus Österreich wird oft unnötigerwese ewas tierisches “untergejubelt”. Beim “Erdäpfelsalat” ist das bspw. so, dabei lässt sich ein Wiener Kartoffelsalat ganz leicht vegan zubereiten. Solltest du hierzulande also mal Rotkraut im Lokal essen, frage zur Sicherheit lieber nach. 

Rotkraut würzen & zubereiten

Frisches geschmortes Rotkraut mit Apfel selber zu machen ist keine Hexerei, es braucht jedoch ein wenig Zeit zum Marinieren. Dafür lässt sich somit schon viel am Vortag vorbereiten. Die Zubereitung selbst ist aber ganz einfach, ganz besonders mit einer Küchenmaschine. Die Details findest du im Rezept am Ende dieses Posts, hier aber schon mal grob zusammengefasst:

Für ein wunderbar würziges Rotkraut musst du es zuerst in feine Streifen schneiden, dann den Aufsatz wechseln und den Apfel in den selben Behälter reiben. Als nächstes kommen Essig, Salz, Pfeffer, Gemüsebrühe und Fruchtsaft (bspw. Apfelsaft, aber auch Orangensaft oder Traubensaft – oder aber auch gegärter roter Traubensaft, ergo Rotwein, nomnom, wenn es nicht ganz so kinderfreundlich sein muss) hinzu, um anschließend alles schön durchzukneten und nun eingelegt ziehen bzw. stehen lassen – bestenfalls über Nacht.

Am nächsten Tag wird eine Zwiebel angebraten und mit ein wenig Zucker karamellisiert, dann kommt auch schon das Rotkraut mitsamt der Flüssigkeit dazu, außerdem wird es noch mit Gewürzen (Lorbeerblatt, Zimtstange und Nelken) verfeinert, bevor du es für ca. eine Stunde kochen lässt. Mit dieser Zubereitungsart (kneten, marinieren, lange kochen) wird das Rotkrat schön weich.

Apropos weiches, warmes Kraut: Falls du ein weiteres österreichisches Krautrezept probieren möchtest, dann unbedingt diese leckeren Krautfleckerl!

Omas Level

Sodala, genug gequasselt. Nun wird es Zeit ans Eingemachte bzw. Geschmorte und Gekochte zu gehen und dir zu zeigen, wie du vegane Kartoffelknödel und/oder Rotkraut mit Apfel zubereitest. Das Rezept wirkt sehr lang, was aber deshalb der Fall ist, weil ich gerne alles genau erkläre.

Du wirst sehen, bzw. schmecken, dass das Ergebnis zum Eingraben ist – mindestens so gut wie bei Oma! Wahrscheinlich wird sie dich sogar nach dem Rezept fragen, hihi. Empfehle mich gerne weiter.

Yield: 16 Knödel und 4 Portionen Kraut

Vegane Kartoffelknödel und Rotkraut mit Apfel

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Kartoffelknödel und Rotkraut mit Apfel selber machen ist einfach und schmeckt himmlisch! Ein klassisches und gleichzeitig veganes Rezept aus Österreich.

Zutaten

Kartoffelknödel

  • 1 kg mehlige (!) Kartoffeln
  • 50 g Mehl (ein 08/15 glattes Weizenmehl)
  • 200 g Kartoffelstärke
  • 50 g vegane Butter (weich, Zimmertemperatur)
  • etwas frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 TL Salz
  • + 3 EL Salz für das Kochwasser (ja, das wird großzügig gesalzen)

Rotkraut

  • 1 kleinerer Kopf Rotkraut (ca. 1 kg schwer)
  • 2 Äpfel
  • 5 EL Essig (vorzugsweise Apfelessig oder Rotweinessig oder gemischt)
  • ½ TL Salz
  • etwas frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer
  • 125 ml Saft (Apfelsaft, Orangensaft oder Traubensaft. Er ist nicht notwendig, aber es bietet sich hier auch Traubensaft für Erwachsene an, nämlich Rotwein)
  • 125 ml Gemüsebrühe (Wasser und ca. 1/2 TL Suppenpulver)
  • 1 großes Lorbeerblatt
  • 1 Zimtstange
  • 5 Nelken
  • etwas geschmacksneutrales Öl (zB. Rapsöl)
  • 1 große rote Zwiebel
  • 1 TL Zucker (oder ein anderes Süßungsmittel wie bspw. Agavendicksaft)

Zubereitung

Kartoffelknödel

  1. Kartoffeln in kaltes Wasser geben und zum Kochen bringen. Kaltes Wasser deshalb, damit die Kartoffeln gleichmäßig von außen nach innen gar werden können. Wenn du sie von Beginn an in heißem Wasser kochst, wird der Rand zu einer Art Isolationsschicht und die Hitze kann schlechter ins Kartoffelinnere durchdringen.
  2. Indem du mit einem kleinen Küchenmesser oder einer Gabel in eine der Kartoffel stichst, kannst du überprüfen, ob sie gar sind. Das Messer sollte sich leicht wieder herausziehen lassen. Das ist nach ca. (! je nach Größe) 30 Minuten der Fall.
  3. Schrecke die Kartoffeln mit kaltem Wasser ab, so lassen sie sich leichter schälen. 
  4. Die Kartoffeln noch während sie warm sind pressen. Ich verwende dafür diese Kartoffelpresse *) hier, die mir schon seit Jahren sehr viel Freude bereitet. Große Empfehlung!
  5. Mit allen anderen Zutaten (Mehl, Kartoffelstärke, vegane Butter, Muskatnuss und 1 TL Salz) vermengen und zu einem glatten Teig kneten.
    Sollte er sich noch zu klebrig anfühlen, füge noch etwas Kartoffelstärke hinzu. Einen zu festen Teig machst du mit etwas weicher veganer Butter wieder gut. Bitte jeweils immer nur in kleinen Schritten hinzufügen, damit du es nicht wieder in die andere Richtung ausgleichen musst und am Schluss eine Mehl-Butter-Masse hast.
  6. Die Masse im Kühlschrank abkühlen lassen, dann lässt sie sich leichter formen. Damit du gleich große Knödel erhältst, forme die Masse zu einer Wurst und schneide sie in gleich große Teile. Den Teig halbieren = zwei Teile, dann jedes Teil nochmals halbieren = 4 Teile. Jedes dieser Teile wieder halbieren (= 8 Teile) und wieder halbieren. Et voilà, du hast 16 recht gleich große Teile. 
  7. Forme mit leicht feuchten Händen Knödel und schau, dass sie möglichst glatt sind und keine Risse aufweisen. Sie werden übrigens durch das Kochen etwas größer. 
  8. Das Kochwasser großzügig salzen (ca. 3 EL auf 3 Liter Wasser) und zum Kochen bringen. Anschließend auf kleine Flamme umstellen, damit das Wasser lediglich simmert. Das ist wichtig: Damit die Knödel nicht zerfallen, soll das Wasser kurz vor dem Siedepunkt sein und keinesfalls mehr kochen.
  9. Die Knödel langsam in das Wasser gleiten lassen und für ca. 20 Minuten ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche gestiegen sind. Stupse die Knödel im Wasser Stück für Stück mal an, damit sie sich nicht am Boden bzw. aneinander kleben.
  10. Aus dem Wasser nehmen, vorsichtig mit großen Löffeln oder so etwas in die Richtung, wie dieser Schaumlöffel *).

Rotkraut

  1. Vom Rotkraut die äußeren Blätter entfernen. Anschließend zuerst halbieren, dann die Hälften nochmals halbieren und den Strunk wegschneiden. 
  2. Nun das Rotkraut möglichst fein schneiden. Ich verwende dafür meine Küchenmaschine *). Damit es fein genug wird, reicht die grobe Schnittfläche. 
  3. Die Äpfel in sehr kleine Stücke schneiden oder sie mit der Küchenmaschine reiben: Einfach den Aufsatz wechseln und zum Rotkraut dazu raspeln. 
  4. Essig, Salz, Pfeffer, Saft und Gemüsebrühe hinzufügen und mit den Händen schön durchkneten. Das ganze kann zwar sofort weiterverarbeitet werden und schmeckt auch dann sehr gut. Aber sehr sehr gut wird es, wenn du alles über Nacht (oder eben den ganzen Tag lang) ziehen lässt. 
  5. Am nächsten Tag (oder Abends, je nachdem) die Zwiebel in kleine Würfeln schneiden.
  6. Etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen, Zwiebelwürfel hinzufügen und braten bis sie glasig werden.
  7. Als Nächstes den Zucker hinzufügen und etwas karamellisieren lassen.
  8. Nun kommt das durchgezogene Rotkraut mitsamt all der Flüssigkeit hinzu. Außerdem auch das Lorbeerblatt, die Zimtstange und Nelken. Die Nelken können in ein Teeei gegeben werden. Oder nach dem Kochen herausgefitzlt. Oder ganz einfach drinnen lassen - sie werden ausgekocht und es ist halb so wild auf eine zu beißen (so mache ich es). Alternativ kannst du sie auch in eine geschälte Zwiebel stecken und die dann mitkochen. 
  9. Mit einem Deckel zudecken und für ca. eine Stunde auf kleiner Flamme köcheln lassen.
  10. Schau hin und wieder nach, ob mehr Flüssigkeit benötigt wird. Falls ja, füge einfach einen Schuss Wasser hinzu.
  11. Am Ende der Kochzeit, wenn das Rotkraut schön weich ist, das Lorbeerblatt, die Zimtstange und ggf. Nelken entfernen. 
  12. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

Notes

Das Rotkraut darf aufgewärmt werden. Im Kühlschrank ist es ca. 3 Tage lang haltbar. Hinweise zur Aufbewahrung und Resteverwertung von Kartoffelknödel findest du im Post selbst.


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