Ingwer-Kurkuma-Shot
Sobald die Tage kürzer werden und das Wetter kühler und feuchter wird, stellt sich diese typische Herbststimmung ein – gemütlich, aber auch ein bisschen anfällig. Überall wird gehustet und geniest, und genau dann ist ein kleiner, goldener Immun-Boost besonders willkommen. Hier zeige ich dir meinen Ingwer-Kurkuma-Shot, der sich ganz einfach ohne Entsafter selbst machen lässt. Mit Zitrone, Orange, einem Obst für etwas Süße sowie frischem Ingwer und Kurkuma entsteht ein wärmender Mix, der intensiven Geschmack und natürliche Frische vereint – und deutlich günstiger ist als gekaufte Shots.
Ingwer-Kurkuma-Shots ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen
Gekaufte Ingwer-Kurkuma-Shots kosten um die 2 Euro pro Shot (je nach Größe und Anbieter) bzw. hochgerechnet 20 bis 30 Euro pro Liter. Die dm Eigenmarke ist noch die günstigste mit einem Schnäppchenpreis von 11,61 Euro pro Liter, die von Innocent kosten 31,13 pro Liter und jene von Klosterkitchen, ebenfalls bei dm erhältlich, kommen sogar auf 40,80 Euro pro Liter.
Sie schmecken gut, dagegen möchte ich gar nichts sagen. Aber üblicherweise bestehen rund 3/4 des Inhalts aus Apfel- oder Orangensaft. Und Ingwer und Kurkuma sind bei weitem kein Luxusgut. Also kann ich die Kalkulationen bei den meisten Anbietern jedenfalls nicht nachvollziehen.
Weil ich sie gerne trinke, vor allem in der kalten Jahreszeit, ich es aber nicht mag wenn ich für blöd verkauft werde, habe ich vor Jahren begonnen Ingwer-Kurkuma-Shots selbst herzustellen. Viele waren zu scharf, zu wenig scharf, zu wenig süß, zu bitter, zu dickflüssig, zu dies, zu das – bis ich zu dieser, meiner Meinung nach perfekten, Kombination gekommen bin, die ich hiermit gerne mit dir teile. Ich hoffe sie schmeckt dir auch so gut!

Zutaten
Ingwer, Kurkuma, Orange, Zitrone, noch ein Obst …
In einen Ingwer-Kurkuma-Shot kommt was? Ja, Ingwer und Kurkuma – Bingo – in diesem Rezept in ihrer frischen Form. Aber nicht nur Ingwer und Kurkuma und vor allem nicht hauptsächlich, denn das wäre nicht trinkbar. Die Hauptzutat der gekauften Shots ist meistens Orangen- oder Apfelsaft.
Meine Version mache ich aus hauptsächlich Orangensaft. Du kannst natürlich fertig gekauften verwenden, aber wenn wir schon alles selber machen, dann pressen wir ihn doch gleich selbst.
Orangensaft ist zwar sauer, aber noch nicht sauer genug, daher kommt auch noch frischgepresster Zitronensaft dazu. Und weil Orangensaft zwar süß ist aber in meinen Augen für den Shot noch nicht süß genug gebe ich noch ein weiteres Obst hinzu.
Hier kannst du kreativ sein! Ich habe schon alle möglichen Varianten probiert und sie waren alle gut, von Erdbeeren über Granatapfelkernen, Weintrauben, Äpfel, Mango, Ananas – was auch immer du gerade zu Hause hast.
Du kannst außerdem Mandarinen statt Orangen verwenden, oder Orangen mit Grapefruit mixen. Halte dich in etwa an meine Angaben und variiere je nach Lust und Verfügbarkeit.

… und außerdem noch Pfeffer und Öl
Was für einen gelungenen Ingwer-Kurkuma-Shot außerdem wesentlich ist sind Pfeffer und Öl – beides in gekauften Versionen oft nicht enthalten, vor allem nicht das Öl. Pfeffer und Öl sind vor allem für den Kurkuma wichtig, denn Kurkumin, die “Seele” der Kurkuma-Wurzel ohne die sie nicht so strahlend gelb wäre, ist fettlöslich. Ohne Fett bzw. Öl kann der Körper es nur sehr schlecht aufnehmen. Es reicht bereits eine kleine Menge an Öl.
Ein weiterer Wirkstoff, der die Aufnahme von Kurkumin erhöht ist Piperin, das vor allem in schwarzem Pfeffer zu finden ist. Die Kombination von Pfeffer und Öl verbessert die Bioverfügbarkeit also deutlich!
Wer die Tiefen des Internets nach Ingwer-Kurkuma-Shots durchforstet wird sogar über Rezepte mit Karotten (ok, das kann ich mir ja noch irgendwie vorstellen), Apfelessig (hmmm …) und Knoblauch (…) stoßen. Dann koche ich aber lieber gleich ein Curry, oder Dal, bzw. ein Kitchari. 😉
An dieser Stelle, falls dir Ingwer in flüssiger Form gut schmeckt, möchte ich übrigens auch gleich zu diesem herrlichen Rote Bete- bzw. Rote Rüben-Smoothie oder den Smoothie mit Ananas, Gurke, Kiwi, Sellerie & Ingwer verweisen, nom!

Kosten der Zutaten
Anfangs beschwere ich mich ja, dass gekaufte Shots so teuer sind und dieser selbstgemachte viel günstiger. Sehen wir uns das einmal genauer an was die Eigenproduktion wirklich kostet. Folgende Auflistung gibt wieder, was ich am 31. Oktober 2025 dafür bezahlt habe, eingekauft bei Spar und Hofer in Wien, alles in Bio Qualität.
- 300 ml Orangensaft, frisch gepresst: Das 1 kg Netz mit 7 Orangen hat 2,99 gekostet. Ich habe 5 davon gebraucht. Also 2,99 durch 7, mal 5 = 2,14
- 80 ml Zitronensaft. Das Netz mit 4 Stück hat 1,99 gekostet und die Hälfte davon habe ich gebraucht = 1,-
- 75 g Ingwer: 1 kg kostet 4,99,- (bei Hofer, in etwa 1/3 des Preises von Spar), also durch 1000, mal 75 = 0,375
- 50 g Kurkuma: 150 g kosten 2,49, durch 3 (bzw. durch 150, mal 50) = 0,83
- 1 TL Olivenöl und etwas schwarzer Pfeffer und von mir aus noch Strom fürs Mixen und Wasser zum Abwaschen – sehr grob und großzügig mit 0,50 kalkuliert
Macht in Summe: 4,85 Euro für mind. 600 ml (oft werden es etwas mehr), also 8,08 Euro pro Liter. Wenn ihr einen Shot mit den handelsüblichen circa 60 ml trinkt kostet euch der in der Produktion 0,48 Euro, also knapp 50 Cent.
Zubereitung
Oft werden Ingwer-Kurkuma-Shots mit einem Entsafter zubereitet. Da ich den nicht besitze (noch nicht, denn ich liebe sinnvolle Küchengeräte, wäre da nicht der begrenzt vorhandene Platz …) mache ich ihn im Hochleistungsmixer.
Auch hierfür gibt es verschiedene Versionen, die ich alle durch habe:
- Die ungeschälten Bio-Orangen und Zitrone gleich mixen: viel zu bitter
- Orange und Zitrone schälen aber nicht pressen: Viel zu dickflüssig.
Das ganze dann abseihen: zu mühsam, langwierig und es geht zu viel verloren.
Ich liebe meine Version mit dem frisch gepressten Saft und dem anschließenden Mixen. Ja, es ist ein Küchengerät mehr. Aber so oft mache ich den Shot ja auch nicht, und das Reinigen geht rasch, also das passt so schon ganz gut.
Kurkuma färbt …
… den Mixbehälter …
Beim Mixen mit frischer Kurkumawurzel sei angemerkt, dass der Mixbehälter gelb wird! Entweder du belasst ihn so, denn er wird mit der Zeit, wenn du andere Sachen darin mixt und ihn danach reinigst, ohnehin wieder klarer.
Oder du reinigst den Behälter mit Gebissreiniger-Tabletten (ja, richtig glesen). Die gibt es sehr günstig von Dontodent bei dm: Den Mixer mit warmen Wasser befüllen, darin 2 Gebissreiniger-Tabletten auflösen und über Nacht stehen lassen. Danach mit Spülmittel ausspülen und wie gewohnt trocknen.
Noch einfacher geht die Reinigung des ausgespülten, trockenen Behälters mit Sonnenlicht, denn die UV-Strahlen zersetzen den Farbstoff. Ich stelle dafür den Behälter ganz einfach auf den Balkon in die Sonne und gut ists.
… und auch die Hände
Kurkuma färbt nicht nur den Mixbehälter, sondern auch die Hände – falls du keinen Bio-Kurkuma findest und du ihn daher schälst. Alles halb so wild, denn nach ein paar Stunden bzw. paar Mal Händewaschen ist alles wieder “sauber”.
Wer den Prozess beschleunigen möchte massiert etwas Öl (denn, wie wir weiter oben bereits lesen konnten, ist Kurkumin ja fettlöslich ) in die Haut ein oder macht kombiniert mit Salz oder Kristallzucker gleich ein Peeling daraus.
Nur auf den Nägeln hält es sich hartnäckiger – aber nicht dauerhaft. Dort kommt es beim Schälen in der Regel aber auch nicht hin. Falls doch: Mit Zitronensaft oder Öl bekommst du den Farbstoff wieder los. Hartnäckiges Gelb auf den Nägeln kannst du notfalls auch mit (acetonhaltigen) Nagellackentferner loswerden.




Wofür sind Ingwer-Kurkuma-Shots gut?
Ingwer-Kurkuma-Shots schmecken nicht nur herrlich, sondern sind für eine Reihe von Dingen nützlich. Mein persönlicher Nummer eins Nutzen ist die entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung und, dass er das Immunsystem auf Touren bringt, weil die Pflanzenstoffe die Abwehrkräfte aktiv unterstützen. Ingwer ist außerdem schön wärmend weil er die Durchblutung anregt. Eine Draufgabe für die kalte Jahreszeit.
Falls du dich noch weiter in die Wirkung von Ingwer-Kurkuma-Shots einlesen möchtest empfehle ich dir beispielsweise den Artikel von dm, ntv oder von netdoktor.de über Ingwer bzw. Kurkuma, aber auch jene (auf Englisch) zu Ingwer bzw. Kurkuma der Harvard Medical School.

Wann soll der Ingwer-Kurkuma-Shot getrunken werden?
Da die Nährstoffe schneller aufgenommen werden, wenn nichts anders im Magen liegt, empfiehlt es sich, den Ingwer-Kurkuma-Shot auf nüchternen bzw. leeren Magen zu trinken. Das Trinken am Morgen ist auch deshalb sinnvoll, weil der Shot den Stoffwechsel ankurbeln und die Verdauung stimulieren kann. Der Shot ist insofern auch ein Muntermacher, daher am Besten nach dem Aufstehen für einen Kickstart in den Tag trinken.
Bitte beachte: Mein Magen macht einiges mit, daher genieße diese Empfehlung mit Vorsicht falls du einen empfindlichen Magen hast, denn dann könnte er Sodbrennen auslösen. Fang lieber mal an, einen Shot nach dem Essen zu trinken. Wenn das geklappt hat kannst du ja mal eine Mini-Portion auf nüchternen Magen probieren.
Ich trinke den Shot übrigens täglich, aber nicht über Wochen. Ganz einfach aus dem Grund, weil ich nicht jede Woche dazu komme ihn zu machen, nicht immer frische Kurkumawurzeln im Geschäft finde und und.
Meistens mache ich den Ingwer-Kurkuma-Shot am Sonntag oder Montag und trinke ihn für fünf Tage, denn so lange ist er in etwa haltbar (in einer gut ausgespülten und verschlossenen Flasche, im Kühlschrank aufbewahrt).


Ingwer-Kurkuma-Shot: Ein wärmender Begleiter durch den Herbst und Winter
Nützliche Kochutensilien
- 1 Standmixer *)
- 1 Zitruspresse *) (nicht die günstigste, aber die schönste – und sie funktioniert natürlich auch super)
Zutaten
- 300 ml Orangensaft 3–5 Orangen, je nach Saftgehalt
- 80 ml Zitronensaft ca. 2 Zitronen
- 75 g Ingwer frische Wurzel (Rhizom), Bio
- 50 g Kurkuma frische Wurzel (Rhizom), Bio
- 200 g Weintrauben oder anderes Obst zum Süßen, siehe Notiz
- 1 TL Öl z. B. Olivenöl
- 1 Prise schwarzer Pfeffer
Zubereitung
- Die Zitronen und Orangen jeweils pressen und den Saft in den Mixbehälter geben.
- Den Ingwer und Kurkuma ebenfalls in den Mixbehälter geben (ungeschält, wenn sie in Bio-Qualität sind).
- Obst zum Süßen hinzufügen.
- Außerdem auch Öl und Pfeffer hinzufügen.
- Alles für 1-2 Minuten mixen. Mit einem guten Mixer bekommt ihr alles klein und homogen. Alternativ könnt ihr die Mischung auch noch durch ein feines Sieb abseihen.
- Die Mischung in eine saubere (zuvor heiß ausgespülte) Glasflasche füllen, verschließen und im Kühlschrank aufbewahren. Innerhalb von 5 Tagen jeden Tag in der Früh 1 kleines Gläschen trinken. Vor dem Trinken kurz schütteln.
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Notizen
- Die Menge an Zutaten ergibt circa 600 ml, je nach verwendetem Obst (mit z.B. Granatapfelkernen weniger als mit Weintrauben).
- Ich befülle eine 500 ml Glasflasche und trinke den Rest gleich. 600 ml sehe ich daher als 6 (großzügige) Portionen an.
- Nährwerte wurden mit 200 g Weintrauben als Obst zum Süßen berechnet.
- Obst: Sei kreativ und nimm was du zu Hause hast bzw. dir besonders gut schmeckt. Bewährt hat sich bisher u.a. 250 g Erdbeeren (frisch oder TK) oder 1 Mango oder 1 Apfel und 100 g Weintrauben oder 200 g Ananas (geschält gewogen) oder die Kerne von einem Granatapfel. Du kannst auch statt den Orangen lieber Mandarinen verwenden, oder mit Grapefruit mischen. Wer mag kann auch noch ein wenig gemahlenen Zimt hinzufügen. Wofür hast du dich entschieden? Teile deine Erfahrung für alle anderen doch gerne in den Kommentaren.
- Ingwer-Kurkuma-Shot Anfänger_in? Dann teste dich vielleicht einmal mit 50 g Ingwer auf 50 g Kurkuma heran. Mir schmeckt das einen Tick zu langweilig. Meiner lieben Freundin hat es letztens bei meiner Version mit 75 g Ingwer ein wenig das Gesicht verzogen (geschmeckt hat es ihr trotzdem). Wer es gerne sehr scharf mag darf auch auf 100 g Ingwer erhöhen.
- Schälen oder nicht schälen? Bio Ingwer und Kurkuma brauchst du nicht schälen.
- Kurkuma färbt: Kurkuma wird deinen Mixbehälter färben und beim Schälen ohne Handschuhe auch die Hände. Damit ich hier im Notizbereich nicht weiter ausufere, wirf bei Interesse doch bitte einen Blick in den Post darüber, da teile ich meine Tipps und Tricks mit dir, wie du den Farbstoff wieder loswirst.





